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Trompetenmusik
Trompeten und Pauken haben zu allen Zeiten einem Fest oder einer Veranstaltung den rechten Glanz, die Würde, die Feierlichkeit, das Herausragende verliehen. „Mit Pauken und Trompeten“ wurde so ein geflügeltes Wort für Spektakuläres, für Einmaliges.

Bläsermusik schaffte zu allen Zeiten „Ehr und Zier“.

Die Trompeter mit ihrer ab dem Ende des 15. Jahrhunderts entstehenden „Reichszunft“ galten stets als geheimnisumwittert, oftmals nahmen sie absolute Ausnahmestellungen bei Höfen und Fürsten ein. Michael Altenburgs einschlägiges Werk „Versuch einer Anleitung zu heroisch-musikalischen Trompeter- und Paukerkunst“ aus dem Jahre 1795 zeigt die überdeutlich.

Die Art der Musik war allen Bläsern bekannt, wurde oft improvisierend gespielt und nur mündlich weitertradiert. In der späteren Zeit wurden diese Stücke, die man als Intraden, Einzugs-, Aufzugsmusiken und als Fanfaren bezeichnete auch komponiert, meist für 6,8 oder 12 Trompeten. Zu den Naturtrompeten traten bereits früh immer wieder die Pauken als Bassfundament hinzu. In den Gehaltslisten der Höfe sind sie für den süddeutschen Raum ab dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts nachweisbar.

DDie Trompetenmusik vergangener Jahrhunderte nahm im damaligen der heutigen Zeit kaum mehr vergleichbaren Gesellschaftsleben stets eine herausragende Funktion ein. Diese repräsentativste lautliche Kommunikationsform war aus dem musikalischen Leben früherer Zeiten nicht wegzudenken. Gespielt wurde bei weltlichen und geistlichen Empfängen, außerdem bei besonderen kirchlichen Anlässen oder Feiertagen. Die bereits im späten Mittelalter, vor allem aber in der Barockzeit häufigen Prozessionen und Umzüge boten darüber hinaus vielfältige musikalische Ausgestaltungsmöglichkeiten für feierliche Trompetenmusik. Großartige musikalische Ausgestaltung erfuhren in unserem Raum beispielweise die Fronleichnamsprozessionen. Im Falle der Stadt Landshut ist eine besonders reiche Ausgestaltung dieses Umzuges über lange Zeit hinweg belegt.

DDie für die Landshuter Hochzeit 1475 einschlägigste, die musikalische Umrahmung des Festes mit Trompeten und Pauken betreffende Quelle ist die Chronik von Hans Seybolt. Dieser war zur Zeit der Landshuter Hochzeit Schreiber des Klosters Seligenthal, und verfasste im Abstand von einigen Jahren ein umfangreiches Werk, das die damaligen Feierlichkeiten bis ins kleinste Detail überliefert. Die vornehmste Erwähnung finden die Trompeter und Pauker dabei innerhalb der Beschreibung der Trauungsszene des Fürstenpaares in St. Martin.

IItem der künigin pliesen und pfyffen aus Irer herberg in dy kirchen und von der kirchen wieder in Ir herberg vor bey den hundert trumetter und pfeyffer – Das gab in der kirchen ein slh gedön das eienr nicht mal sein aigen wortt hören mocht (…).“

Nach einer Abhandlung über die Trompetenmusik vergangener Jahrhunderte von Dr. Konrad Ruhland, ehem. Archivar und Kurator des Klosters Niederaltaich aus dem Jahre 1989.
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